Was kommt auf mich als Studienteilnehmer(in) zu?

Ihre Krankenkasse wählte aus den Berliner AOK-Versicherten per Losverfahren Personen aus, die 70 Jahre und älter sind. Diese Personen erhielten ein Einladungsschreiben zur Berliner Initiative Studie, welches Sie evtl. auch bekommen haben.

Sollten Sie sich dazu entschieden haben, Ihre Nieren im Rahmen der Berliner Initiative Studie untersuchen zu lassen, wurden Sie in einer der zur Auswahl stehenden Praxen (siehe oben) gesehen, befragt und untersucht. Vielleicht haben Sie sogar inzwischen an unserer zwei- und vierjährigen Folgeuntersuchung teilgenommen.

Einschätzung der Nierenfunktion und des allgemeinen Gesundheitszustandes

Im Rahmen dieser ersten, ca. 45-minütigen Untersuchung wurden Blutdruck und Puls sowie Gewicht und Körpergröße gemessen. Desweiteren wurde eine Blutabnahme durchgeführt. Insgesamt wurden vier Röhrchen für folgende Laborbestimmungen abgenommen: Blutbild, Langzeit-Blutzuckerwert, Blutsalze, Eiweiß und Nierenwerte. Mit Hilfe dieser Daten ist es möglich, eine Formel zu entwickeln, mit der die Nierenleistung bei Personen, die 70 Jahre und älter sind, geschätzt werden kann. Die Hälfte der Röhrchen wurde eingefroren, um ggf. später daraus weitere Werte zu bestimmen wie z.B. Parameter für den Knochenstoffwechsel. Ebenso baten wir um eine Urinprobe, die wir auf Blut und Eiweiß untersuchten. Schließlich wurde ein Fragebogen durchgearbeitet, der Angaben zu Lebensgewohnheiten sowie Risiken in Zusammenhang mit Herz- und Gefäßerkrankungen beinhaltete. Alle Angaben wurden anonym erfasst und verschlüsselt, damit die Daten geschützt bleiben. Rückschlüsse auf die Person sind somit NICHT möglich. Im Anschluß an die Studienvisite erhielten die Teilnehmer ca. 2 Wochen später einen schriftlichen Bericht ihrer persönlichen Ergebnisse.

Zwei und 4 Jahre später wurden erneut alle Studienteilnehmer zu einer weiteren Nierenuntersuchung eingeladen, die genau wie die gerade beschriebene erste Untersuchung ablief. Darüberhinaus beinhalteten diese Folgeuntersuchungen auch einen Gebrechlichkeitsfragen-Katalog. Der Grund für diese zusätzlichen Fragen ist die Tatsache, dass man weiß, dass es Zusammenhänge gibt zwischen einer verringerten Nierenleistung und Krankheitszuständen wie zum Beispiel Demenz. Auch sahen wir es als sinnvoll an, nicht nur allein die Niere zu beurteilen, sondern i. R. dieser Altersstudie im ganzheitlichen Sinne ein allumfassenderes Bild unserer Studienteilnehmer zu zeichnen. Auch über das Ergebnis dieser Folgeuntersuchungen wurde schriftlich informiert.

Ab Januar 2016 werden wir unsere Studienteilnehmer ein weiteres, also viertes Mal (nach insgesamt sechs Jahren) kontaktieren, um zu erfahren, wie sich ihr Gesundheitszustand im Allgemeinen, und natürlich ihre Nierenfunktion im speziellen, entwickelt haben. Wir freuen uns sehr, sollten Sie weiterhin bereit sein, an der Berliner Initiative Studie teilzunehmen.

Exakte Messung der Nierenfunktion

Ein Drittel aller Teilnehmer (circa 600 von insgesamt 2070) war zu einer zusätzlichen Untersuchung bereit, die die Funktion der Nieren ganz exakt mißt. Diese Untersuchung fand nicht in den Arztpraxen, sondern an 3 Charité-Standorten (Wedding, Mitte, Steglitz) statt. Die Teilnahme an diesem zusätzlichen Test war ebenso freiwillig wie die Teilnahme an der "Hauptuntersuchung". Diese fünf-stündige zusätzliche Untersuchung beinhaltete insgesamt acht Blutabnahmen, die während eines genau festgelegten Zeitplanes innerhalb dieser 5 Stunden gewonnen wurden. Nach der ersten Blutabnahme wurden 5 ml der gut verträglichen und ungefährlichen Substanz "Iohexol" (ein sog. Kontrastmittel) in die Vene gespritzt. Dies ist ein jodhaltiges Kontrastmittel, welches NICHT radioaktiv ist. Im Falle einer Jod-Allergie, wurde von dieser Untersuchung Abstand genommen. Das gesamte Verfahren (sog. "Iohexolclearance-Messung") ist nicht neu, sondern weltweit seit vielen Jahren etabliert und gilt als sehr sicheres Verfahren. Mit den Ergebnissen war es möglich, die Nierenleistung genau zu messen und mit den Ergebnissen der Schätzung zu vergleichen. Auf diese Weise konnten zwei neue Schätzgleichungen entwickelt werden, mit denen die Nierenleistung im Alter nun genauer geschätzt werden kann, verglichen mit herkömmlichen Gleichungen.

Die Zusatzuntersuchung der exakten Bestimmung der Nierenfunktion wurde 2011 abgeschlossen.

 

 

Anschrift:
Institut für Public Health
Seestraße 73, Haus 10
13347 Berlin

Leitung:
Prof. Dr. med. Elke Schaeffner
Dr. med. Natalie Ebert

E-Mail:
bis@charite.de

Hotline:
0800-5887844